Grundinformationen zu "Bauen für Geborgenheit"

 

Bei Bauen für Geborgenheit handelt es sich um ein wissenschaftlich untermauertes Raumgestaltungsprogramm. Die bewährten Gestaltungskriterien sind in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen den differenzierten Betreuungskonzepten dienlich.

Die Gestaltungskriterien wurden in einem Forschungsprojekt von einem Team aus den Bereichen Pädagogik, Kunst, Architektur, Handwerk, Theologie und Psychologie interdiziplinär erarbeitet.

Im Mittelpunkt der Gestaltung stehen zum einen menschliche Grundbedürfnisse, die räumlich umgesetzt werden. Die zugrunde gelegten Bedürfnisse (z. B.„Geborgenheit“) können Sie unter den „Gestaltungskriterien“ nachlesen / und auch beispielhaft ansehen. Beheimatung / Verortung und individuelle Entwicklung in sozialen Einrichtungen werden durch die räumliche Umsetzung der menschlichen Grundbedürfnisse erleichtert.

lebensspirale

 

Zum anderen ist unser Menschenbild des „Homo Faber“, das des tätigen, handelnden Menschen. Bereiche zur konstruktiven Tätigkeit, die durch die Raumgestaltung angeboten werden, führen weg vom passiven Konsum (und auch vom Vandalismus) – hin zum selbstbestimmten und zufriedenen Sein. Bauen für Geborgenheit gestaltet hierzu strukturierte und integrierte Arbeits- und Tätigkeitsbereiche in sozialen Einrichtungen, die je nach den pädagogischen Erfordernissen und der Altersgruppe unterschiedlich aussehen. Wir unterstützen durch diese Gestaltung die Kreativität der Bewohner, sowie deren Wunsch nach Aktivität und Bewegung.

 

Ziel dieses Gestaltungsprinzipes ist eine umfassende pädagogische Nutzbarkeit von Häusern und Räumen in sozialen Einrichtungen, wodurch die individuelle Entwicklung, die "Potentialentfaltung"* der dort betreuten Menschen positiv gefördert wird. Der Raum in sozialen Einrichtungen ist eine der wesentlichsten Bedingungen für die dort stattfindende pädagogische Arbeit.

Unser Raumkonzept nimmt den Wunsch nach Weite, Helligkeit und Klarheit neu auf, ohne dem zur Zeit gängigen Prinzip „glatt, schick und cool“ zu folgen. So werden heute vermehrt Plattenwerkstoffe und raumgliedernde Gipskartonwände zur Kommunikation zwischen modernem Gebäude und dem „unverspielten“ Innenausbau eingesetzt. Räumliche Atmosphäre als Hintergrund für die pädagogische Arbeit bleibt nichtsdestotrotz ein wichtiges gestalterisches Ziel.

 

Hier ein Wort von Janusz Korczak zu diesem Thema:

"Je schwieriger die pädagogische Arbeit wird, desto mehr muß man darüber nachdenken, unter welchen Bedingungen sie stattfindet."

(Mehr zu diesem Thema lesen Sie unter dem Button "Über den Verein" und seinen Unterpunkten.)

* Potentialentwicklung ist ein Wort von Professor Gerald Hüther, Universität Göttingen.