Prävention Gewalt und Sucht

Das ganzheitliche Konzept Bauen für Geborgenheit ist ein Beitrag zur Prävention gegen:

  • Depressionen
  • Gewaltverhalten und
  • Sucht

für:
das Gelingen von helfenden Konzepten in der sozialen Arbeit mit Zielen wie:

  • Seelische Stabilität
  • Demokratie
  • Lebensqualität

Das seit über 20 Jahren erprobte ganzheitliche Konzept "Bauen für Geborgenheit" auch bekannt als "Würzburger Modell", kann Hilfestellung für fast alle gesellschaftlichen Zielgruppen, insbesondere in sozialen Bereich, anbieten.

Zur Situation:
Die gesellschaftliche Situation ist zunehmend geprägt vom Wertewandel, verbunden mit mangelnden Verbindlichkeiten in den menschlichen Beziehungen, mangelndes Unrechtbewusstsein, Vernachlässigung der emotionalen Grundbedürfnissen wie Geborgenheit, emotionaler Versorgung, Konsumverhalten statt Aktivität. Die Auswirkungen sind eine zunehmende Gewaltbereitschaft, Reduzierung des Lernverhaltens (sh. Pisastudie,) Rücksichtslosigkeit in sozialen Beziehungen, Flucht in Drogen aller Art, Zunahme der Suizidgefährdung, psychosomatische Erkrankungen und anderen in Untersuchungen dargestellten negativen Tendenzen, die einer guten Lebensqualität abträglich sind.
Im Bereich der Sozialforschung und Sozialpädagogik ist die Situation hinlänglich beschrieben. Tägliche Presseverlautbarungen bestätigen die Symptomatik im Detail.

Lösungsideen:
Sozialforschung, Politik und Pädagogik bemühen sich, insbesondere, in den Bereichen Kindergärten, Schule, Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Altenhilfe um Methoden die Situation für die betroffenen Menschen zu verbessern.
Vernachlässigt wurden bisher weitgehend die differenzierte Betrachtung der Wohn- und Arbeitsräume.

Die Rahmenbedingungen in Räumen:
Viele praktizierten Ansätze insbesondere in der Pädagogik scheitern oft an den Rahmenbedingungen in den Räumen in denen gewohnt, gefördert und gearbeitet wird.
Namhafte Architekten und Pädagogen und Ärzte, wie Paul Moor, Maria Montessori, Hugo Kükelhaus, Paul Klee, und nicht zuletzt Wolfgang Mahlke, Uni Würzburg, und viele andere wiesen auf die Zusammenhänge von Rahmenbedingungen in Räumen und positiver Entwicklung, gutem Sozialverhalten und Lern- und Leistungsbereitschaft hin.

Die Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen der Jugendhilfe bestätigte die politisch, theoretischen und philosophischen Erkenntnisse in den 70er Jahren mit dem Hinweis: "Die Räume sind gegen unsere heilpädagogischen Bemühungen ... "

  • Die Grundrisse verleiten zum Toben und Gewalttätigkeiten, (lange Gänge)
  • die Lichtverhältnisse zeichnen sich oft aus durch zu große Helle, sie verhindern damit Konzentration,
  • fehlende feste Strukturen in Räumen und unsachgemäße Verwendung von Material verstärken Asozialität,
  • hallende Räume beeinträchtigen negativ das vegetative Nervensystem der Bewohner.

Eine Felduntersuchung und damit verbunden eine praktische Umsetzung der Ergebnisse wurde in einem Forschungsprojekt des Diakonischen Werkes, Landesverband Bayern, Nürnberg, zusammen mit den Bayerischen Sozialministerium und mit finanziellen Unterstützung der Deutsche Jugendmarke in den Jahren 1986 bis 1991 durchgeführt.

Der Titel des Projektes:
"Der gestaltete Raum als Lebenshilfe für Kinder Jugendliche und Erwachsenen".
Untersucht wurden insbesondere die Wirkungen von Strukturen, Material, Licht und Farbe im Raum auf das Emotionale, Soziale und das Leistungsverhalten der Bewohner.

Das Ergebnis waren Erkenntnisse über Rahmenbedingungen in Räumen im Hinblick auf elementare menschliche Grundbedürfnisse wie:

  • Geborgenheit
  • Sicherheit
  • Individualität und Gemeinschaft und
  • Aktivität

Die christlich-biblische Botschaft des gegenseitigen Annehmens ist Motivation für das gemeinsame Nachdenken, über Rahmenbedingungen in Räumen, für Menschen in schwierigen Zeiten und schwierigen Situationen. So drückt sich Wertschätzung in der Gestaltung von Räumen aus. Menschen fühlen sich darin wohl und können für den Alltag Kraft schöpfen.

Formale Regelungen und Ziele

Inzwischen wurde durch Fortbildungsmaßnahmen und Arbeitsprojekte in ganz Deutschland und Österreich das Konzept in Theorie und Praxis in Einrichtungen der Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, Schulen, Altenhilfe und Kindergärten mit zertifizierten Architekten, Sozialpädagogen und Handwerken weiterentwickelt und in die Praxis der Einrichtungen handwerklich umgesetzt.

Zur Zeit bestehen folgende formale Regelungen:
Im März 1997 wurde der Verein. "Bauen für Geborgenheit- Förderverein Würzburger Modell e.V. " gegründet. Die Nutzungsrechte der Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden vom Bayerischen Sozialministerium und das Diakonische Werk Bayern, alleinig, dem genannten Verein übertragen.
Inzwischen hat das Deutsche Patentamt Markenschutz verliehen.

Inhalte sind die Klassen:

  • Gesundheitsfürsorge
  • Bauwesen
  • Fortbildung
  • Ausbildung und
  • Öffentlichkeitsarbeit

Durch Zertifizierungsmaßnahmen wurden Sozialpädagogen, Architekten und Bauhandwerker für die Umsetzung des Projektes qualifiziert. (sh auch Internetseiten, Partnerfirmen)
Im Verbindung mit den Konzepten der Einrichtungen und unter Beteiligung der Betroffenen (Bewohner und Mitarbeiter, sowie Angehörige) werden durch die differenzierte Gestaltung von Räumen nach dem Konzept
"Bauen für Geborgenheit" folgende Ziele verfolgt (und jeweils für einzelne Zielgruppen näher definiert):

  • Erreichung von seelischer Stabilität der Bewohner (Nutzer der Räume)
  • von der äußeren Struktur zur inneren Struktur
  • Förderung des positiven Sozialverhaltens
  • Förderung vorhandener Fähigkeiten und Begabungen.

Daraus ergeben sich für den Verein folgende Aufgaben:

  • Fachtagungen
  • Teilnahmen an einschlägigen Messen, als Aussteller und Workshopanbieter
  • Zertifizierungsseminare für Beauftrage
  • Vermittlung von zertifizierten Fortbildner, Architekten und Firmen für
    1. Schulung der Mitarbeitenden in den Einrichtungen
    2. Angehörigenseminare
    3. Projekte in der Aus- und Fortbildung in sozialen Berufen
    4. Bauplanung
    5. Einbauten im Rahmen der Bauausführung

Eduard Wisgalla, Diakon, 1. Vorsitzender
(Vormals 16 Jahre Heimleiter in Behinderten und Jugendhilfeeinrichtungen
und knapp 25 Jahre Referent für Jugendhilfe im Diakonischen Werk – Landesverband - Bayern, Nürnberg)